Erhöhung der Akzeptanz von nachteiligen Entscheidungen durch faire Entscheidungsprozesse

Nicht immer können Entscheidungen getroffen werden, die bei allen Mitarbeitern gleichermaßen auf Zustimmung stoßen. Die Akzeptanz solcher Entscheidungen ist jedoch größer, wenn der Entscheidungsfindungsprozess von den Beteiligten als fair und gerecht erlebt wird.

Besonders wichtig ist Fairness für Menschen in Situationen ohne unmittelbare Kontrolle, wie zum Beispiel in Konflikten. Ein Verfahren zur Konfliktklärung, das wesentliche Gerechtigkeitskriterien erfüllt, ist die Mediation: Die Konfliktparteien finden Gehör; sie können ihre Meinung, aber auch ihre Bedenken äußern. Der Mediator/die Mediatorin schafft einen wertschätzenden und respektvollen Rahmen. – und es werden Ergebnisse erzielt, die auf Regeln beruhen, die die Beteiligten als fair empfinden.

Hierbei ist es wichtig, von Beginn an unfaires Verhalten bzw. den Eindruck eines unfairen Verhaltens zu vermeiden. Denn werden zu Beginn eines Prozesses die Vorgehensweise oder Personen als unfair empfunden, steigt die Gefahr, dass im weiteren Prozess einseitig nach Informationen gesucht wird, die den ersten schlechten Eindruck bestätigen. D.h. das künftige Erleben wird einseitig negativ interpretiert.

Werden die Bedingungen hingegen als fair erlebt, werden auch unliebsame Entscheidungen eher als gerecht erlebt und akzeptiert.

Und die Akzeptanz von Entscheidungen, die dem eigenen Wunsch oder maximalen Vorstellungen nicht entsprechen, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kompromisse gefunden werden können. (Korina Schulz)